Kunstverein Stralsund e.V.
Der Kunstverein Stralsund fördert den Dialog zwischen Kunstinteressierten und Künstlern
durch Atelierbesuche, Exkursionen, Vorträge und Vereinstreffen.
Bildhintergrund © Bernard Misgajski
Dezember 2025
Weihnachtsfeier mit Mitbringbuffet
nur für Mitglieder
09. Dezember 2025 Dienstag um 18.00 Uhr Anmeldung erforderlich bis 02.12.25 bei Heike Kleff Tel. 03831-9442308 oder heike.kleff@posteo.de
Ort: Speicher am Katharinenberg
Veranstaltung
04.12.2025 Donnerstag 18.30 Uhr
»Vergessen Sie uns nicht…«
Vortrag von Dr. Heike Carstensen
über Julie Wolfthorn
Die Malerin und Graphikerin Julie Wolfthorn gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den führenden Künstlerinnen Deutschlands. Sie lebte in Berlin und war besonders aufgrund ihrer Porträts bekannt geworden. Ihre Kunst hat eine impressionistische Ausrichtung, nähert sich zeitweise dem Jugendstil und später dem sachlichen Stil.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich für die Künstlerin, die jüdischer Herkunft war, das Leben radikal. 1942 wurde sie mit beinahe 80 Jahren in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort überlebte sie noch zwei Jahre.
Dr. Heike Carstensen forscht als Kunsthistorikerin zu Leben und Werk von Julie Wolfthorn. 2024 kuratierte sie eine umfangreiche Wolfthorn-Ausstellung in Berlin.
Ort: Kulturdiele M8, Mönchstr. 8, Stralsund
Anmeldung nicht erforderlich

Julie Wolfthorn: Rothaarige Frau, ca. 1922
© Dr.Heike Carstensen
Aktuelle Ausstellungen in Stralsund und Umgebung
Hier ein besonderer Hinweis: Regina Apitz, Mitglied des Kunstvereins, stellt ihr Buch vor: "Emilie und der aufrechte Gang" (Rügendruck Putbus, Offsetdruck und Hardcover, 184 S., 30 Illustrationen, 28€) am 2.Dezember, 18.00 Uhr, in den Räumen der Volkshochschule Stralsund statt.
In diesem Buch für junge und weniger junge Menschen geht es um die Spurensuche rund um ein Stralsunder Familiengeheimnis.
Kulturkirche St.Jakobi
Stralsund
Bertram von Schmiterlöw
Ausstellung zum 100.Geburtstag
Der Maler Bertram von Schmiterlöw war ein Gesicht dieser Stadt. Ihm zu Ehren organisieren Bürgerinnen und Bürger der Stadt Stralsund diese Ausstellung. Gezeigt werden 60 ausgesuchte Werke aus dem Schaffen des Malers und Heimatforschers. Bertram von Schmiterlöw war Ehrenmitglied des Kunstvereins.
Ausstellung bis Jahresende
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr
Kulturkirche St.Jakobi Jacobikirchstr. 28, Stralsund
Turmhalle St.Marien
Stralsund
Hanka Friedrich
Windstärke 25
"Ich habe das Meer so gern, es ist immer da - friedlicher Teppich brausend tosend silberfunkelnd....."
So beschreibt die Künstlerin ihre Liebe zu Meer. Neue Bilder hängen neben vertrauten Porträts in der Turmhalle St.Marien.
Ausstellung bis 14.12.2025
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr
Sonnabend, Sonntag und Feiertage 10.00 bis 15.00 Uhr
Turmhalle St. Marien am Neuen Markt Stralsund
Galerie im Wintergarten C. Stabenow
Stralsund
Unikate aus der Goldschmiede C.Stabenow
Susanne Struck / Lotte Albert / Claus Stabenow / Rainer Stabenow / Isaac Ben Maati
Ausstellungseröffnung am 29.11.2025 um 17.00 Uhr
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr Sonnabend 10.00 bis 16.00 Uhr
Galerie im Wintergarten C.Stabenow, Badenstr. 1
Stralsund
Fäden, Farbe, Fantasie und Fülle, multi-medial verwoben
Ein Atelierbesuch am 11. Oktober 2025 bei der Künstlerin Monika Ortmann in Wittenhagen
Wie die oft oder immer-mal-wieder Atelierbesucher/innen wissen, sollte man nicht unvorbereitet einer Einladung Folge leisten (man sieht nur, was man weiß, sagte Goethe). Also hat sich wohl jede/r im Netz umgeschaut und nicht fassen können, wie vielseitig und großARTig (im wahrsten Sinne des Wortes) das künstlerische Werk der Monika Ortmann ist.
Bis zu zwölf Ausstellungen und Performances pro Jahr im In- und Ausland, immer wieder neue Materialien in immer wieder neuen Szenerien, was für eine unerschöpfliche Quelle künstlerischer Inspiration sprudelt hier. Alles zum Nachschauen und Nachlesen, deshalb sei an diese Stelle auf Biografisches verzichtet.
Gespannte Erwartung auf die Realität also beim Atelierbesuch in Wittenhagen/Vorpommern Rügen, Welche Wunderkammer wird sich da öffnen? Zunächst mal ein eher unauffälliges Reihenhaus, herzliche Begrüßung durch den Ehemann und dann durch die Künstlerin Monika Ortmann. Sie - offenes Lächeln, zierliche, kleine Statur, schmale Hände - man kommt ins Staunen und denkt an Zauberkräfte, die hier wirken. Ist es doch allein schon physisch ein Kraftakt, riesige Räume und bis zu 10 Metern hohe Hallen durch ihr bevorzugtes Material – Nylonstrumpfhosen – durch Kreuz- und Querverspannungen in spannende luzide Skulpturen zu verwandeln. Diese entstehen in unterschiedlichen Farben oder monochrom, werden durch Stahlreifen gedehnt, verknotet, aufgeschnitten, verdreht, irgendwie märchenhaft. Ein kleiner Teil dieser Arbeiten für uns zu sehen in Form von Fernsehaufzeichnungen.
Dieses Zuhause neben Bochum und Berlin überrascht mit Papiercollagen an den Wänden, kleinen Kunstwerken aus Knöpfen, Bällen aus Papierstreifen gesponnen, Stoffbahnen, einem riesigen Korb voller Strumpfhosen, Sideboards mit unzähligen Schubladen, Farben, Flaschen und Materialien, die noch auf ihre Erweckung zum Kunstwerk warten.
Es folgt der Besuch im „eigentlichen“ Atelier. Ein kleines Gartenhaus ist der Raum für Inspiration und Kreativität. Auch hier eine unfassbare Fülle an Fertigem und noch in Arbeit Befindlichem. Wir sehen ein Kleid, das Oberteil aus rotem gesponnenen und später gestricktem Papier für Blumen, der Rock aus Zeitungspapierstreifen, die zusammen mit einem roten Wollfaden gesponnen und dann gestrickt wurden.
An der Wand mannshohe Stelen für kleine, an Giacometti erinnernde Figuren, unzählige Bilder und Bildchen, die Augen können diese Vielfalt und völlige Unterschiedlichkeit nicht fassen und der Verstand nicht begreifen. Aber nichts davon ist l`art pour l`árt, in allem ist eine deutliche gesellschaftskritische, oft feministisch geprägte Haltung zu erkennen. Denn gerade Gruppenausstellungen wie beispielsweise vom Frauenmuseum Bonn initiiert, geben die Themen vor und die Antworten erfolgen durch die unterschiedlichsten Kunstwerke.Bei einem Kaffee ging dieser wahrhaftig Wunder-volle Besuch zu Ende.
Wir danken Frau Ortmann für die Zeit, die sich für uns genommen hat, für die Gastfreundschaft, für die anregenden Gespräche, und die noch sicher lange nachwirkenden Eindrücke.
Text: Dagmar Helmbold, Bilder: Monika Ortmann

Oben: "Umwandler"auf der Contemporary Art Ruhr in Essen 2019
© Monika Ortmann
Unten: "Willkommen im magischen Ballhaus 02", Installation aus Strumpfhosen, Stahlreifen und Schuhen (1992-2016)

