Kunstverein Stralsund e.V.
Der Kunstverein Stralsund fördert den Dialog zwischen Kunstinteressierten und Künstlern
durch Atelierbesuche, Exkursionen, Vorträge und Vereinstreffen.
Bildhintergrund © Petra und Max Barske
Februar 2026
Kunsttreff
10.Februar 2026 Dienstag um 18.00 Uhr
Ort: Restaurant Burwitz am Alten Markt
Exkursion
21.02.2026 Samstag 11.00 Uhr
Beginn der Führung im Kunstmuseum Ahrenshoop
Ausstellungen:
Hans Brass - Transformationen
Suchen als Passion - Die Sammlung Kringel
Wir werden bei unserem Besuch im Kunstmuseum Ahrenshoop durch zwei Ausstellungen geführt:
Hans Brass (1885-1959) lebte mit Unterbrechungen über 25 Jahre in Ahrenshoop. Er war Gründer der Bunten Stube und zeitweise Bürgermeister. Zu Beginn seiner Karriere war er mit expressionistischen Werken in der Berliner Novembergruppe, in der NS-Zeit wurde sein Werk als entartet diffamiert. In der DDR wurde er wegen zu abstrakter Malerei als „Formalist“ ausgegrenzt, dem westdeutschen Kunstbetrieb galt er zu sehr als „Realist“. Die Ausstellung zeigt über 115 Werke des Malers, von denen viele zum ersten Mal museal präsentiert werden.
Zusätzlich erhalten wir einen Einblick in die Privatsammlung Kringel mit Werken des Expressionismus, des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit, u.a. von Emil Oberländer und Egon Tschirch.
Ort: Weg zum Hohen Ufer 36, Ostseebad Ahrenshoop
Verbindliche Anmeldung bis zum 14.02.26 bei Renate Keitmann, Tel. 03831-6662144 oder r.h.keitmann@t-online.de (Fahrgemeinschaften)

Hans Brass: Der Zweifler, 1947, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Ahrenshoop
© Kunstmuseum Ahrenshoop
Aktuelle Ausstellungen in Stralsund und Umgebung
Meeresmusem Stralsund
Zwischen Kamtschatka und Alaska – Die Grafiken Wannhoffs über die Große Nordische Expedition
Eine der größten Forschungs- und Entdeckungsreisen war die Große Nordische Expedition (1733–1743). Der Berliner Künstler Ullrich Wannhoff reiste seit 1991 selbst in die nordöstlichsten Gebiete Russlands und nach Alaska. Mit expressivem Strich zeigt der in Aue geboren Künstler, Maler und Grafiker die raue Landschaft. Starke Kontraste und sparsamer Farbeinsatz unterstreichen den Eindruck der unwirtlichen Natur.
Eröffnung am Mittwoch, 25. Februar 2026 um 18.00 Uhr mit Vortrag des Künstlers / Vernissage ab 19.00 Uhr
Ausstellung bis 17. Mai 2026
Öffnungszeiten täglich von 09.30 bis 17.00 Uhr
Meeresmuseum Stralsund
Besuchereingang gegenüber Mönchstr. 45
Kunsthalle Rostock
Hans Ticha
Retrospektive
Zum ersten Mal wird dem Künstler Hans Ticha eine umfangreiche Retrospektive durch die Kunsthalle Rostock ausgerichtet. Als mehrfach preisgekrönter Meister der Buchgrafik genießt er einen weitreichenden Ruf. Über 120 Leihgaben aus namhaften Museen werden gezeigt.
Ausstellung bis 15.März 2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 18.00 Uhr
Kuratorinnenführung:
mit Antje Schunke Donnerstag jeweils ab 16 Uhr
15.01.26, 29.01.26, 05.02.26, 05.03.26, 12.03.26
Die Führung ist im Einritt inklusive.
Hamburger Straße, Rostock
Galerie im Kloster Ribnitz-Damgarten
Ruzica Zajec
Strich durch die Linie: Zeichnung, Objekt, Installation, Fotografie
Die Ausstellung thematisiert die Mehrdeutigkeit der Linie als grundlegendes Element künstlerischer Praxis.In Verbindung mit anderen Medien entwickelt Ruzica Zajec Werke, die das Bewusstsein dafür öffnen, wie erweiterbar die räumlichen Grenzen des Mediums Zeichnung sind.
Eröffnung am Sonntag, 01.Februar 2026 um 17.00 Uhr Einführung: Susanne Burmester, Kuratorin, Mediatorin, Autorin
Ausstellung bis 18.April 2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11.00 bis 17.00 Uhr
Galerie im Kloster Ribnitz
Im Kloster 9 Ribnitz-Damgarten
Fäden, Farbe, Fantasie und Fülle, multi-medial verwoben
Ein Atelierbesuch am 11. Oktober 2025 bei der Künstlerin Monika Ortmann in Wittenhagen
Wie die oft oder immer-mal-wieder Atelierbesucher/innen wissen, sollte man nicht unvorbereitet einer Einladung Folge leisten (man sieht nur, was man weiß, sagte Goethe). Also hat sich wohl jede/r im Netz umgeschaut und nicht fassen können, wie vielseitig und großARTig (im wahrsten Sinne des Wortes) das künstlerische Werk der Monika Ortmann ist.
Bis zu zwölf Ausstellungen und Performances pro Jahr im In- und Ausland, immer wieder neue Materialien in immer wieder neuen Szenerien, was für eine unerschöpfliche Quelle künstlerischer Inspiration sprudelt hier. Alles zum Nachschauen und Nachlesen, deshalb sei an diese Stelle auf Biografisches verzichtet.
Gespannte Erwartung auf die Realität also beim Atelierbesuch in Wittenhagen/Vorpommern Rügen, Welche Wunderkammer wird sich da öffnen? Zunächst mal ein eher unauffälliges Reihenhaus, herzliche Begrüßung durch den Ehemann und dann durch die Künstlerin Monika Ortmann. Sie - offenes Lächeln, zierliche, kleine Statur, schmale Hände - man kommt ins Staunen und denkt an Zauberkräfte, die hier wirken. Ist es doch allein schon physisch ein Kraftakt, riesige Räume und bis zu 10 Metern hohe Hallen durch ihr bevorzugtes Material – Nylonstrumpfhosen – durch Kreuz- und Querverspannungen in spannende luzide Skulpturen zu verwandeln. Diese entstehen in unterschiedlichen Farben oder monochrom, werden durch Stahlreifen gedehnt, verknotet, aufgeschnitten, verdreht, irgendwie märchenhaft. Ein kleiner Teil dieser Arbeiten für uns zu sehen in Form von Fernsehaufzeichnungen.
Dieses Zuhause neben Bochum und Berlin überrascht mit Papiercollagen an den Wänden, kleinen Kunstwerken aus Knöpfen, Bällen aus Papierstreifen gesponnen, Stoffbahnen, einem riesigen Korb voller Strumpfhosen, Sideboards mit unzähligen Schubladen, Farben, Flaschen und Materialien, die noch auf ihre Erweckung zum Kunstwerk warten.
Es folgt der Besuch im „eigentlichen“ Atelier. Ein kleines Gartenhaus ist der Raum für Inspiration und Kreativität. Auch hier eine unfassbare Fülle an Fertigem und noch in Arbeit Befindlichem. Wir sehen ein Kleid, das Oberteil aus rotem gesponnenen und später gestricktem Papier für Blumen, der Rock aus Zeitungspapierstreifen, die zusammen mit einem roten Wollfaden gesponnen und dann gestrickt wurden.
An der Wand mannshohe Stelen für kleine, an Giacometti erinnernde Figuren, unzählige Bilder und Bildchen, die Augen können diese Vielfalt und völlige Unterschiedlichkeit nicht fassen und der Verstand nicht begreifen. Aber nichts davon ist l`art pour l`árt, in allem ist eine deutliche gesellschaftskritische, oft feministisch geprägte Haltung zu erkennen. Denn gerade Gruppenausstellungen wie beispielsweise vom Frauenmuseum Bonn initiiert, geben die Themen vor und die Antworten erfolgen durch die unterschiedlichsten Kunstwerke.Bei einem Kaffee ging dieser wahrhaftig Wunder-volle Besuch zu Ende.
Wir danken Frau Ortmann für die Zeit, die sich für uns genommen hat, für die Gastfreundschaft, für die anregenden Gespräche, und die noch sicher lange nachwirkenden Eindrücke.
Text: Dagmar Helmbold, Bilder: Monika Ortmann

Oben: "Umwandler"auf der Contemporary Art Ruhr in Essen 2019
© Monika Ortmann
Unten: "Willkommen im magischen Ballhaus 02", Installation aus Strumpfhosen, Stahlreifen und Schuhen (1992-2016)

